Von Personaldienstleistern und Sklaventreibern im HR-Bereich

Schlösser und Handschellen
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Handschelle und Vorhänge-Liebes-Schlösser an einer Isarbrücke

Für meinen allerersten Blogartikel habe ich mir gleich einmal einen etwas frivolen und provokanten Titel als Überschrift ausgewählt. Warum?


Aufgrund eines Interviews vor kurzem, wo es um das Thema Dienstleistungen im HR-Umfeld, speziell um das Thema Personalvermittlung ging, kam bereits während des Gesprächs ein interessante Diskussion in Gang. In wie weit muss man derzeit eigentlich die Services bei Personaldienstleistungen (PDL) noch auf die „klassischen“ Bereiche wie Zeitarbeit, Personalvermittlung (PV) oder Recruiting Outplacement aufteilen? Oder verschwimmen nicht zunehmend die Grenzen der einzelnen Services?

Ja, es gibt durchaus spezialisierte Unternehmen, die sich mittlerweile entweder fachlich ausgerichtet haben (Headhunting, Zeitarbeit, Personalvermittlung, etc.) oder sich auch an eingegrenzte Qualifikationen ausrichten, wie z.B. die Engineering Support Dienstleister oder Medizinisch-technische PDLs.

Da ich selbst im Bereich Engineering als Senior Recruiter tätig gewesen bin, musste ich über die künstlich herbeigeführte Trennung zwischen Zeitarbeitsunternehmen und Personaldienstleister im Interview ein wenig schmunzeln. Für mich existiert nämlich i.d.R. keine Notwendigkeit bei der Auswahl eines Kooperationspartners zur Personalgewinnung einzelne Firmen auszugrenzen oder bewusst nur Spezialisten einzubeziehen. Also hier entweder nur auf Zeitarbeitsfirmen oder nur auf Personalvermittler oder nur auf Headhunter zu setzen.

Mein Fazit lautete daher, dass es darauf ankommt, ob für die externe Gewinnung weiterer Talente (im Sinne des AGG verwende ich dies synonym anstelle des Bewerbers oder der Bewerberin) die richtigen Fragen gestellt werden. Dies gilt sowohl in Richtung Auftraggeber, als auch in Richtung der Talente. Daran kann man dann auch gut erkennen, ob der Dienstleister sich für eine passgenaue Besetzung interessiert oder eben doch in die Kategorie „Sklaventreiber“ oder „CV-Schubser“ fällt. Wobei diese Begriffe aus den dunklen Zeiten der gewerblich-technischen Zeitarbeit stammen und immer gerne dann benutzt werden, wenn auf die PDLs geschimpft werden soll. 😉

Letztlich verfügen die meisten Personaldienstleister über oft gute Kandidatennetzwerke und erfahrene HR-Recruiter, die alle Spielarten bedienen können – von der Zeitarbeit, bis hin zu anspruchvollen Personalsuchen zur Vermittlung. Lassen Sie sich also nicht nur auf Spezialisten ein, sondern fragen Sie bei Talentsuchen auch einfach mal beim Zeitarbeitsunternehmen Ihrer Wahl nach. Der Rest ist i.d.R. eine Frage der Vertragsverhandlung und derer individuellen Ausgestaltung.

Verteilung des Artikels? Immer gerne!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Marc,

    im Prinzip verstehe ich die Trennung auch nicht, für mich ist eines der Hauptentscheidungskriterien der (spübare) Vertriebsdruck der hinten dran steht. Wenn mich ein Dienstleister ständig nervt wie weit der Prozess ist dann merke ich recht schnell wie sehr es dort um Masse machen geht und das nervt mich außerordentlich. Sowohl weil es mich im Tagesgeschäft massiv behindert (ständige Anrufe? Ich hab auch noch etwas anderes zu tun) als auch weil es sich um Menschen und nicht um Playmobil Männchen handelt die man möglichst schnell verschachern muss.

    Insofern lobe ich mir die ruhigen Vermittler, die nicht bereits nach 2 Tagen Amok laufen. 😉

    Viel Spaß und Erfolg mit deinem Blog.

    VG
    Stefan

    • Chef vom Dienst

      Hallo Stefan,

      schön dich hier zu begrüßen und ja, da bin voll bei dir. In dem Artikel hätte ich besser noch herausgestellt, dass ich persönlich auch nur mit den PDLs zusammenarbeite, die genau deinen Ansatz beherzigen. 😉

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